Dienstag, 15. Juli 2014

Es geht auch ohne Konzerne! Mit einer Regionalwert AG

Handbuch der Regionalwert AG in Freiburg
Schon gehört? In der Region Freiburg gibt es eine Bürgeraktiongesellschaft, die regionale Produzenten unterstützt. Hier ein Auszug aus der Webseite http://www.regionalwert-ag.de

Die Regionalwert AG will zu unternehmerischem ökologischem Handeln mit regionalem Bezug anregen, zu einem pluralen Wirtschaftsverständnis in lokaler Überschaubarkeit. Die Zielmarke ist die wirtschaftlich profitable Ernährungssouveränität der Bevölkerung in überschaubaren regionalen Wirtschaftsräumen.

Praktisch stellt sie mittels Kapitalwirtschaft systematisch die Verbindung zwischen Stadt und Land, Produzenten und Konsumenten, Bauern und Nichtbauern her. Ihr Unternehmensgegenstand ist eine Art New Local Deal, d.h. ein lokales Abkommen.

Wirtschaftlich gesprochen will sie als funktionales Intermediärorgan die Betriebswirtschaft mit der Volkswirtschaft, die Finanzwirtschaft mit der Realwirtschaft auf dem Gebiet der lokalen ökologischen Lebensmittelversorgung verknüpfen und einen mehrdimensionalen Profit erwirtschaften.
Regionalpolitisch übernimmt sie durch konkrete Kapitalbeteiligungen an Betrieben in ländlichen Gebieten eine Steuerungsfunktion in der Regionalentwicklung.

Arbeitstechnisch leistet sie vielfältige Aufbau- und Entwicklungsarbeit in der Vernetzung und Betreuung in der Vorgründungs- und Start-up Phase von regionalwirtschaftlichen Betrieben. Sie ist Anlaufstelle für Hofsuchende und Hofabgebende.  Die außerfamiliäre Hofnachfolge zu finanzieren ist einer ihrer Hauptgeschäftszwecke.

Gesellschaftlich will sie die Menschen, die für die Bereitstellung der Lebensmittel arbeiten und das Lebensumfeld kultivieren, wieder stärker in den Vordergrund treten lassen und ihnen Gesicht und Würde zurückgeben, die sie hinter dem Vorhang des anonymen Wettbewerbs verloren haben. 

Die Regionalwert AG ist ein Angebot für diejenigen, die aktiv werden und Verantwortung übernehmen wollen für ihre Region in der sie leben und für ihr tägliches Essen, sei es als Unternehmer oder als Aktionär.

Das Gute dabei: Wirklich JEDER kann mitmachen! Ein Projekt, dass überall in Deutschland Nachahmer finden sollte. Nur so kann man der Profitgier der Konzerne und deren Landgrabbing einen Riegel vorschieben!


Donnerstag, 10. Juli 2014

Nachhaltige Verpackung aus Zuckerrohr für Obst und Gemüse

Um die Flut von Verpackungsmüll weiter einzudämmen und vielleicht eines Tages ganz überflüssig zu machen, hat sich Eosta etwas einfallen lassen. Diese Firma leistet Pionierarbeit und liefert als erstes Unternehmen der Obst- und Gemüsebranche breitenwirksam Bio-Produkte in einer nachhaltigen Schale aus Zuckerrohrfaser an Supermärkte. Was aussieht und sich anfühlt wie Karton, ist tatsächlich 100 Prozent holzfrei. Hergestellt wird die Verpackung aus einem Abfallprodukt der Zuckerindustrie und ist frei von Erdöl-Derivaten und Gentechnik.

Foto: "Die nachhaltige Verpackungslösung aus Zuckerrohrfaser von Nature & More"

Eosta arbeitet intensiv daran alle bisherigen Schalen, Etiketten und Aufkleber durch das neue Zuckerrohrfaser-Material zu ersetzten. Optik und Haptik sind angenehm und passen perfekt zum Anspruch der damit verpackten Bio-Produkte. Paul Hendriks, Verpackungsexperte bei Eosta: „Die Verpackung ist kunstoff- und holzfrei und wird aus einem Abfallprodukt hergestellt. Dieses würde ansonsten verbrannt werden und schädliches CO2 freisetzten. Für den Anbau unseres Verpackungsmaterials wird kein neues Land benötigt und kein Baum muss gefällt werden. Wir als Bio-Unternehmen können uns kein besseres Material wünschen!“
Mehr Informationen unter www.natureandmore.com

Bleibt zu hoffen, dass diese Verpackung bald überall Einzug halten wird!

Text und Quelle: Fruchtportal.de


Dienstag, 8. Juli 2014

Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!

Die Bundesregierung und das Entwicklungsministerium (BMZ) unterstützen verstärkt Agrarkonzerne wie Bayer, BASF und Monsanto im Rahmen von Kooperationen wie der Neuen Allianz für Ernährungssicherung in Afrika und der German Food Partnership. Diese schmücken sich mit dem Etikett der Armutsbekämpfung, dienen aber vor allem den Profitinteressen der Konzerne.

Die Unternehmen erschließen sich zum Beispiel neue Pestizidmärkte oder sichern sich über die Neue Allianz Land- und Saatgutrechte. Das geht vor allem zu Lasten der Mehrheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die ins Abseits gedrängt werden. Aber auch die Umwelt leidet, denn die industriellen Monokulturen der Konzerne schädigen die Böden und bedrohen die biologische Vielfalt.

Oxfam fordert die Bundesregierung und das BMZ auf, statt Agrarkonzerne die kleinbäuerliche Landwirtschaft in armen Ländern zu stärken und so einen umwelt- und klimagerechten Anbau zu fördern. Mach mit! http://www.oxfam.de/agrarkonzerne (Text und Quelle: Oxfam.de)


 



Sonntag, 6. Juli 2014

Gastbeitrag: Hackschnitzelheizung als Beitrag für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Der Betrieb einer Hackschnitzel- oder einer Scheitholzheizung stellt gerade in ländlichen und waldreichen Regionen eine empfehlenswerte, ökologische Alternative zur Wärmegewinnung aus Öl oder Gas dar. Bekanntlich kommt es stetig zu einer Verknappung von fossilen Brennstoffen, da sie nur endlich vorhanden sind. Weiterhin herrscht ein spürbarer globaler Bedarfsanstieg, gerade in den Schwellenländern vor, was sich auf die Energiepreise auch in den Industrieländern schmerzhaft auswirkt. Die Entscheidung für eine Hackschnitzelheizung oder eine Scheitholzheizung entlastet mittelfristig nicht nur den Geldbeutel, sondern in jedem Fall auch das Gewissen, da sie einen wirksamen Beitrag zum globalen Klimaschutz darstellt.

Holzschnitzel können lediglich begrenzt weiter verwendet werden, etwa für die Herstellung von Spanplatten oder in der Papierindustrie. Sie fallen insbesondere als Nebenprodukt oder Abfall in verschiedenen holzverarbeitenden Bereichen und in der Forstwirtschaft an. Das Shreddern von Ästen und Bruchholz und der Transport des Hackgutes bei der Wald- und Landschaftspflege sind wenig aufwändig. All das erklärt schon von selbst, dass es sich bei dem Rohstoff um einen günstigen Wertstoff handelt. Vereinzelt werden Flächen eigens mit schnellwüchsigen Hölzern angebaut, um diese zu ernten und der gezielten Gewinnung von Holzschnitzeln zu zuführen.

Hierbei handelt es sich aber überwiegend noch um Forschungsprojekte. Im Schnitt belaufen sich die Kosten pro hergestellte Kilowattstunde aus Brennholz auf ein Drittel im Vergleich zu fossilen Brennstoffen. Dies ist freilich durch den Einsatz moderner und ausgereifter Technik im Bereich der Holzverbrennung möglich. Bei der Verbrennung von Holz kann in entsprechenden Heizungsanlagen ein Wärmewirkungsgrad bis von zu 90 % erreicht werden. Die verwendeten Hackschnitzel sollten eine Restfeuchte von unter 30% haben.

. Hackschnitzel und Pellets, Haufen


Hersteller von Holzheizanlagen, wie zum Beispiel KWB, bringen diese mit unterschiedlichen Leistungsgrößen auf den Markt. Anlagen dieser Art können für Ein- und Mehrfamilienhäuser oder auch für Gewerbegebäude und Landwirtschaftsbetriebe zugeschnitten sein. Die Verwendung von Scheitholz kann langfristig teurer sein, als die Verfeuerung von Hackgut. Allerdings stellt die Installation einer Scheitholzheizung eine geringere Hürde dar, denn hierfür ist kein großzügiger Holzspeicher erforderlich, wie er bei Komplettanlagen für Hackschnitzelheizungen von Nöten ist. Im Einklang mit ländlichen Strukturen und Bebauungen gibt es hierfür ungeahnte Möglichkeiten.
Gastbeitrag von NINA BAUER